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Samstag, 25. April 2015

Die Erfindung der Ölmalerei als Beispiel einer eurozentristischen Kunstgeschichte


Miniatur aus einer 


Schāhnāme (persisch ‏شاهنامه ‎ / Šāhnāma; auch Šāhnāme), 
das Königsbuch (oder auch Buch der Könige), 
ist das Lebenswerk des persischen Dichters Abū ʾl-Qāsim Firdausī (940/41-1020)
Mit nahezu 60.000 Versen in Form von Distichen 
ist es mehr als doppelt so umfangreich wie Homers Epen.



"Die Erfindung der Ölmalerei als Beispiel einer eurozentristischen Kunstgeschichte"


1. Jan van Eyck und die Technik der Ölmalerei



Der flämische Maler Jan van Eyck gilt in der Kunstgeschichte als Begründer der Ölmalerei während der Renaissance. 
Van Eyck wurde um 1390 in Maaseik geboren und starb um 1441 in Brügge; 
er war ein flämischer Maler und der berühmteste altniederländische Maler 
und wurde von vielen Autoren als König unter den Malern bezeichnet.


2. Der Iran und die westliche Kunstgeschichtsschreibung



Jan van Eyck (1390–1441) gilt in der Kunstgeschichte als Begründer der Ölmalerei. 
Dies kann man in Frage stellen, 
da schon Jahrhunderte vor ihm die iranischen Künstler mit Pigmenten und Öl malten; 
sie schufen die ersten Ölbilder in der Kunstgeschichte.
Iranischer Kulturraum: Der Begriff „Iran“ bezieht sich im eigentlichen Sinne 
auf eine viel größere Region, die die Gebiete der modernen Staaten Afghanistan, Tadschikistan, Irak, Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan und Teile Pakistans und der Türkei mit einschließt.")
Iranische Künste aber im Allgemeinen 
werden vernachlässigt, ignoriert oder mit dem selbsterfundenen 
(falschen) Begriff ‚Islamische Künste’ zu vertauschen versucht, 
diesen Begriff gibt es nicht, 
so wie es auch keine ‚ christlichen Künste' oder ‚ jüdischen Künste' gibt. 
Solche Begriffe existieren nicht. 
In der Kunstgeschichte geht man nur von Griechenland oder den Römern aus, 
doch erwähnt man oft nicht die richtigen und wahren Quellen. 
Es wird geradewegs so getan, als ob es nie einen Iran gegeben hätte, 
der die Griechen, Römer und die ganze Welt inspiriert und bereichert hat. 
In der Kunstgeschichte bezeichnet man im Allgemeinen alles ausser der europäischen Kunst als primitive Künste,
da möchte man gerne vergessen oder ignorieren, 
dass lange vor der Renaissance im Iran freie Künstler, Dichter, Bildhauer und Architekten die Welt inspirierten. 
In der iranischen Geschichte gab es mehrere Renaissancen, 
es gab aber auch sehr viele Verluste, Eroberungen und Vernichtungen, 
durch Alexander, muslimische Araber und Mogule; 
vieles wurde vernichtet und niedergebrannt, 
doch der Iran überlebte, 
er ist immer wieder aus der Asche auferstanden. 
Dies tut er bis heute, 
was ihn einzigartig in der Weltgeschichte macht, 
und da haben die iranischen Künste eine essenzielle Rolle gespielt.
Es gibt nicht so etwas wie Orient oder Okzident; 
diese Worte bedeuten im wirklichen Sinne Iran oder Griechenland (Athen), 
was wiederum falsch ist, da diese Länder nicht so einfach mit dem Wort Orient oder Okzident definiert werden können. 
Wenn ich von Ländern spreche, ist zu erwähnen, 
dass es das heutige Verständnis von ‚Land’ zu dieser Zeit noch nicht gab, 
ausser im Iran, in China oder Indien. 
Die Leute dieser Länder hatten alle zusammen eine ähnliche und gemeinsame Kultur, Traditionen und Rituale; 
sie verstanden sich als Einheit oder als ein Land; 
was die Griechen damals hatten, war eine Art Stadt-Land Verständnis. 
Auch die Wörter 
‚Orient’ und ‚Okzident’ 
wurden von den Griechen erfunden; 
sie meinen eigentlich damit 
Iran und Griechenland (Athen), 
die sich zu jener Zeit konkurrenzierten.
Seit der Eroberung des Iran im 7. Jahrhundert durch die muslimischen Araber 
gibt es einen starken Widerstand im Iran gegen die Überfremdung, 
da sie ihre Ideologie mitbrachten und Leute zwangen, diese zu akzeptieren. 
Dieser Widerstand hat sich in verschiedenen Aspekten, aber auch sehr stark in den iranischen Künsten manifestiert und weiterentwickelt. 
Er ist bis heute präsent und ein wichtiger Bestandteil 
der iranischen Künste.


3. Bilanz



Ich denke, 
man sollte die Welt nicht mit einem chauvinistisch-ethnologischen Blick anschauen. 
Der Iran hatte und hat immer noch sehr viel zu bieten. 
Es gibt nicht nur Erdöl und Erdgas rauszuholen wie etwa in Saudi-Arabien, 
und der Iran ist keine Tankstelle.
Die iranischen Künste sind für mich und die Leute, die sie gut kennen, 
ebenso spannend und bereichernd wie die Kunst des Okzidents oder sogar spannender!
Meine Inspirationen habe ich meistens von den KünstlerInnen aus dem Iran, 
den alten wie auch den zeitgenössischen. 
Ich denke nicht, dass Europa das Zentrum der Welt ist, 
und dass alles bei den Griechen oder Römern anfängt. 
Griechenland (Athen) gab es noch gar nicht, 
als die Iraner oder Chinesen sich bereits mit verschiedenen 
Künsten und Techniken beschäftigten.


Aram Ruhi Ahangarani


2014